Eine Party für die gesamte Familie: Night of the Proms begeistert in Frankfurt

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Zum Jahresende gehört die Night of the Proms genauso wie das Planen guter Vorsätze für das neue Jahr. Gut geplant war – wie jedes Jahr – die bestens zusammengestellte Crew der Night of the Proms. Die ausverkaufte Frankfurter Festhalle bietet dafür die geeignete Atmosphäre. In einer magischen Nacht, die die Grenzen zwischen Klassik und Pop verschwimmen ließ, feierten Musiker und Zuschauer wieder eine gelungene Party.

Wie immer eröffnete das Antwerp Philharmonie Orchestra mit dem Chor Fine Fleur unter der Leitung von Alexandra Arrieche die Show mit einem Walzer-Medley. Dann übernahm der sicher vielen der Konzertgästen noch unbekannte Louis Philippson. Der 20-jährige ist ein Pianist und Social Media Creator aus Mülheim an der Ruhr. Mit seinen Vlogs, humorvollen Beiträgen und packenden Klavierinterpretationen begeistert er besonders die Generation Z für die klassische Musik und hat sich damit bereits 730.000 Follower erspielt. Am heutigen Abend verzauberte er die Festhalle u. a. mit seiner Interpretation des Klavierkonzerts Nr.1 op.23 b-Moll von Peter Tschaikowsky, das vor fast genau 150 Jahren in Boston uraufgeführt wurde.

Die Fans mit den musikalischen Wurzeln aus den 80ern kamen danach auf ihre Kosten. Die Cuttting Crew präsentierte zuerst ihren Welthit „(I Just) Died in Your Arms Tonight“, den 2024 auch der Gießener Musiker Roberto Bates erfolgreich gecovert hat. https://www.youtube.com/watch?v=g1njdNS0vS0. Sänger Nick van Eede erklärte sodann dem Publikum, dass er vor zwanzig Jahren schonmal dabei war und damals sagte, er komme nach zwanzig Jahren wieder mit zwei neuen Hits. Das Wiederkommen hat funktioniert. Doch auch die alten Hits, die von der Rockformation Backbone sowie dem Vokaltrio Rob, Julia und Michelle perfekt begleiten wurden, erfreuten die Fans.

Der deutsche Sänger Max Giesinger begeistert auch dank seines Charmes nicht nur die jüngeren Fans mit „Menschen“ und „Wenn sie tanzt“. Doch dies war nur ein kurzes Intermezzo im 80er Block der ersten Hälfte. Die amerikanische Formation Starship beamte mit ihren Hits „Sara“, „We Built This City“ und „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ mit Chelsea Foster am Mikrofon viele Zuschauer zurück in die gute alte Zeit.

Die zweite Halbzeit startete mit Sondereinlage vom Moderator Markus Othmer, der eigenhändig dem Geburtstagkind Astrid und ihrem Mann Jens zwei Gläser Sekt in den ersten Rang servierte. Musikalisch begann dieser Teil mit dem Soundtrack „Fluch der Karibik“ und dann knallten die Kanonen. Reggae-Musiker Shaggy mit Sänger Rayvon im Schlepptau übernahm die Karibik-Atmosphäre und setze mit Elementen aus Ska, Reggae und Dance noch einen darauf. „Angel“, „Boombastic“ und „Hey Sexy Lady“ ließen die Hüften der Künstler und Besucher im Gleichklang schwingen.

Damit war der Weg bereitet für Dave Stewart, den Gründer, Gitarristen und Produzenten des erfolgreichen Duos Eurythmics, Seine Begleiterin war Vanessa Amorosi, eine australische Singer-Songwriterin mit einer ungeheurer Stimmwucht. Diese Stimmwucht war zu Beginn fast ein bisschen viel des Guten und erst nach und nach konnte sie das Eurythmics-Original Annie Lennox beinahe vergessen machen. Bei so wunderbaren Klassikern wie „There Must Be An Angel“, „Here Comes The Rain Again“ oder „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ wurde auch der letzte Zuschauer von der Magie dieser Musik eingenommen. Als dann die letzten Töne verklungen und der Vorhang gefallen war, verließen die Besucher die Halle mit strahlenden Gesichtern und einem Gefühl der musikalischen Erfüllung, auch dank der Hits ihrer Jugend. Und viele freuen sich schon auf die nächsten Night of the Proms am 3. Dezember 2025 in Frankfurt. (Fotos: Stephanie Giezek)